Kein Futtermais mehr für Europa?

24 März 2022
Rohstoffe

Der Krieg in der Ukraine blockiert den Maisexport und verhindert die Maisaussaat. Die ukrainischen Landwirte kommen wegen der Kriegshandlungen nicht auf ihre Felder, um Mais oder Sommergetreide zu auszusäen. Die Folgen: Die Maispreise klettern immer wieder auf neue Höchstmarken. Aktuell notiert der Mais-Kontrakt bei knapp 340 Euro pro Tonne. Futtermais könnte unter anderem in Europa knapp werden. 

Ukraine ist der wichtigste Maislieferant für Europa

Fakt ist: Für die Europäische Union ist die Ukraine der wichtigste Maislieferant. Und international rangiert sie mit rund 33,5 Millionen Tonnen auf Platz drei unter den Topexporteuren - nach den USA, Argentinien und noch vor Brasilien. Der ukrainische Marktanteil an allen Mais-Exporten liegt nach den Daten des US-Landwirtschaftsministeriums bei 17 Prozent. Hauptabnehmer sind derzeit China und die Europäische Union – und hier vor allem Spanien, die Niederlande, Italien und auch Deutschland – sowie zahlreiche andere EU-Staaten. Die EU ist als Ganzes – anders als bei Weizen oder Gerste - einer der weltweit größten Nettoimporteure von Mais als Viehfutter. Außerdem beziehen auch Ägypten, die Türkei, der Iran und Südkorea sowie andere afrikanische und südostasiatische Länder beträchtliche Mengen Mais aus der Ukraine.  

Der Wegfall der Ukraine als Lieferant dürfte für die Europäer für die noch laufende Saison zwar Probleme bringen, denn noch stehen 4 Millionen Tonnen des Bedarfs aus und gerade Brasilien ist trockenheitsbedingt kaum noch lieferfähig. Doch die großen Probleme könnten im nächsten Jahr kommen, wenn die ukrainischen Landwirte in diesem Frühjahr keinen Mais aussäen und im Herbst keinen ernten können.

Rumänien, Ungarn und Frankreich können Lücken nicht stopfen

Zwar gibt es auch in der EU einige große Maisproduzenten, insbesondere Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Frankreich: Doch diese können die Lücke, die die Ukraine reißt, schwerlich stopfen. Auch Deutschland muss nach den Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei einer Verbrauchsmenge von 7,0 bis 7,5 Millionen Tonnen etwa 4 bis 5 Millionen Tonnen importieren. Davon kamen zuletzt fast 2 Millionen Tonnen aus der Ukraine. „Käufer müssen nun auf andere Herkünfte zurückgreifen, was zu erheblichen Spannungen auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten führen dürfte“, erwartet ein französischer Analyst.

 

agrarheute / Olaf Zinke
Bild: Geflügelnews

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