Geflügelpest: Mitgliedstaaten aufgeschlossen gegenüber Impfung

28 Mai 2022
Impfung

Die europäischen Landwirtschaftsminister stehen einer Impfung gegen die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) aufgeschlossen gegenüber. Das wurde bei der letzten Sitzung des Agrarrates in Brüssel deutlich.

Sowohl in der Diskussion als auch in den verabschiedeten Schlussfolgerungen wurde indes ausdrücklich betont, dass Biosicherheits- und Überwachungsmaßnahmen wichtige Bausteine des Kampfes gegen die Geflügelpest bleiben müssten. Die Impfung könnte jedoch zu einem wichtigen ergänzenden Instrument werden, heißt es in den Schlussfolgerungen.

Sichergestellt werden muss den Ministern zufolge, dass der Handel nicht beeinträchtigt wird. In jedem Fall müssten erkrankte Tiere von geimpften unterschieden werden können. In diesem Zusammenhang sollen die Mitgliedstaaten ihre Zusammenarbeit verstärken, um bei internationalen Partnern für mehr Akzeptanz einer Impfung zu werben. Außerdem soll die EU-Kommission diesbezügliche Gespräche mit Handelspartnern aufnehmen und das Thema auch bei der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) auf die Agenda setzen.

Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten sollen nach dem Willen der Ressortchefs ihre Anstrengungen zur Entwicklung eines entsprechenden Vakzins ausweiten und auch Kosten-Nutzen-Analysen erstellen. Im Vordergrund sollen dabei die besonders betroffenen Nutztierarten und Betriebsformen stehen, ferner sollen Partnerschaften mit der Privatwirtschaft in Betracht gezogen werden. Angestrebt werden sollen unkomplizierte Impftechniken. 

Um die Auswirkungen der möglichen Impfung in Bezug auf Exportbeschränkungen abzuschätzen, hat die Kommission die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit(EFSA) um eine generelle wissenschaftliche Beurteilung gebeten. Diese soll Grundlage für die Verhandlungen mit Drittstaaten sein. 

Aviäre Influenza – aktuelle Lage in der EU

Auf der letzten Sitzung des Agrarrates wurde ein Überblick zur aktuellen Lage bei der Aviären Influenza (AI) gegeben: Die Situation in der EU stellt sich nach Einschätzung der Kommission nach wie vor dramatisch dar. Betroffen von der Seuche sind vor allem Puten und Enten, letztere vor allem auch in Ungarn (ausgelöst durch Wildvögel). Probleme mit der AI gibt es weltweit, vor allem in den USA und Kanada. In der EU mussten in der letzten Epidemiesaison fast 44 Mio. Tiere getötet werden und damit deutlich mehr als im letzten Jahr.

(CD), AgE
Bild: Geflügelnews

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